Bildungsprämie

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Bildungsprämie = Prämiengutschein + Weiterbildungssparen

Fernstudium mittels Bildungsprämie fördern

Als Bildungsprämie wird ein Prämiengutschein bezeichnet, den das Bundministerium für Bildung und Forschung seit Dezember 2008 an spezielle Personengruppen zur Förderung der individuellen beruflichen Weiterbildung mit dem Ziel vergibt, noch mehr Menschen für eine berufliche Weiterqualifizierung zu mobilisieren.

Der 2. Baustein der Bildungsprämie ist das Weiterbildungssparen, das wir Ihnen am Beitragsende schildern.

PRAXISTIPP! Die Bildungsprämie kann nicht mit Gutscheinprogrammen der Bundesländer wie etwa Weiterbildungs- und Qualifizierungsschecks gekoppelt werden (Kohärenzgebot)!

Wer, was und wie wird gefördert

081124_Claim.inddAlle Erwerbstätigen, die mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten, das 25. Lebensjahr vollendet haben und deren zu versteuerndes Jahreseinkommen – vermindert um etwaige Kinderfreibeträge – 20.000 Euro im Jahr nicht übersteigt, können einen Bildungsgutschein beantragen. Bei gemeinsam Veranlagten gilt der doppelte Betrag als Obergrenze, also 40.000 Euro. Neben Angestellten können auch Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, Berufsrückkehrer, Väter und Mütter in Elternzeit oder Personen in Pflegezeit die Prämie beantragen.

Die Bildungsprämie muss für eine berufsbezogene und frei zugängliche Weiterbildung mit Veranstaltungskosten bis zu maximal 1.000 Euro verwendet werden. Das heißt, relevante Kenntnisse und Fertigkeiten können aufgefrischt oder neu erworben werden. Der berufliche Bezug zur aktuell ausgeübten Tätigkeit muss nicht zwingend bestehen. Wenn Sie also eine andere berufliche Position angestreben, kann hierfür ebenfalls eine Weiterbildung gefördert werden.
Auch eine Bündelung von mehreren Weiterbildungen ist möglich, wenn die Gesamtkosten 1.000 Euro nicht übersteigen.

Die Fördersumme beträgt 50 % der Gesamtkosten einer Weiterbildung (Hinweis: „reine“ Kurskosten – keine Nebenkosten wie Verpflegung, Fahrten, Prüfungen etc.), maximal also 500 Euro pro Prämiengutschein.

Die Bildungsprämie kann pro Person aller 2 Kalenderjahre beantragt werden.

Beratung und Antragstellung

Voraussetzung für den Erhalt der Bildungsprämie ist ein verbindliches Gespräch in einer der bundesweit rund 600 Beratungsstellen (Adressen: www.bildungspraemie.info).

Für die Beratung und Antragstellung werden ein gültiger Lichtbildausweis und der Einkommenssteuerbescheid vom Vorjahr, ersatzweise eine aktuelle Gehaltsbescheinigung benötigt. Ausländische Bürger aus Nicht-EU-Ländern müssen zudem über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen.

Im Beratungsgespräch werden die Förderwürdigkeit des Antragstellers und das Weiterbildungsziel geklärt. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, trägt der Berater das vereinbarte Weiterbildungsziel und mindestens drei für die Umsetzung infrage kommende Weiterbildungsinstitute in Ihrer Nähe in den Gutschein ein. Der Antragsteller muss sich dann binnen sechs Monaten bei einem genehmigten Weiterbildungsträger anmelden und hierbei den Bildungsgutschein vorlegen.

Die Ausstellung der Bildungsprämie soll möglichst unbürokratisch erfolgen. In der Regel können Antragssteller mit klaren Vorstellungen zu ihrem Bildungsziel den Gutschein direkt im Anschluss an das Beratungsgespräch erhalten.

 

Auswahl der für die Bildungsprämie geeigneten Kurse

Mit der Bildungsprämie werden Weiterbildungs- und Fortbildungskurse, Prüfungen und der Erwerb von Zertifikaten gefördert. Wer sich noch unschlüssig ist, welches konkrete Bildungsziel für ihn geeignet wäre, kann sich hierzu ebenfalls beraten lassen. Grundsätzlich kommen alle Inhalte infrage, die einem beruflichen Fortkommen förderlich sind.

Die Weiterbildungsträger, bei denen die Bildungsprämie eingelöst werden soll, müssen zertifiziert und die Kurse nach dem Weiterbildungs- oder Erwachsenenbildungsgesetz anerkannt sein. Dies gilt beispielsweise für alle Kurse, die nach AZWV / AZAV zertifiziert sind (AZWV Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung / AZAV Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung). Somit ist eine Reihe von beruflichen Fernlehrgängen über die Bildungsprämie förderbar.

Aber auch nicht zertifizierte Träger und Kurse können anerkannt werden. Voraussetzung ist, dass der Träger nachweisen kann, dass die Kurse bestimmten Qualitätsprüfungen standhalten (zum Beispiel nach ISO) oder dass er Mitglied in einem Verband ist, der für die Qualität der Kurse bürgt.

Nichtförderfähigkeit oder Abbruch – was dann?

Die Bildungsprämie ist für Personen in öffentlich geförderten Beschäftigungsverhältnissen oder Schüler und Auszubildende ausgeschlossen. Hierzu gehören auch Wehrdienstleistende oder Praktikanten, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren.

Stehen für die Weiterbildung andere staatliche Förderungsmöglichkeiten zur Verfügung, so kann dafür keine Bildungsprämie beantragt werden. Dies gilt ebenso für innerbetriebliche Weiterbildungen. Auch Coaching oder Einzelunterricht werden nicht gefördert.

Wird eine geförderte Maßnahme abgebrochen, so müssen die Kosten nicht erstattet werden. Ausnahme: Der Teilnehmer erhält vom Bildungsträger einen Teil der Kursgebühren zurück – dann muss er eine entsprechende anteilige Kostenerstattung leisten (Quelle: 090128_Werkstattgespraech_AntwortBMBF.pdf).

Weiterbildungssparen als 2. Teil der Bildungsprämie

Die Bildungsprämie wird ergänzt durch das Weiterbildungssparen, das im Vermögensbildungsgesetz zur Finanzierung von Weiterbildung eine Entnahme aus dem geförderten Ansparguthaben der Arbeitgeber-Sparzulage vor Ablauf der Sperrfrist erlaubt.

Vom Weiterbildungssparen können diejenigen profitieren, die sich bereits zur Bildungsprämie haben beraten lassen. Es wird empfohlen, zuerst Ihr Finanz- und Anlageinstitut aufzusuchen, um die jeweiligen Möglichkeiten zu besprechen, anschließend einen Termin zur Prämienberatung bei der Beratungsstelle wahrzunehmen und erst dann die Anmeldung für Ihre Qualifizierung vorzunehmen. Anschließend ist eine vorzeitige Entnahme des geförderten Ansparguthabens bei Ihrem Finanzinstitut möglich.

Alternativen zur Bildungsprämie

Die Bildungsprämie können Sie nur in Anspruch nehmen, wenn es keine weiteren staatlichen Förderungen für Ihre berufliche Weiterbildung gibt oder Ihr Arbeitgeber nicht für Ihre Qualifizierungskosten aufkommt.

Als mögliche Alternativen zur Bildungsprämie kommen gegebenenfalls Fördermaßnahmen der einzelnen Bundesländer wie etwa Bildungs- und Qualifizierungsschecks infrage.


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